Auf zum 30. AvD Oldtimer Grand Prix
     
A61, Rastplatz Wonnegau, Samstagmorgen, halb acht. Nach und nach trifft sich auf dem Parkplatz eine bunt gemischte Truppe von Alfafahrern, zwar noch halb verschlafen - aber bester Dinge.
Die Eifel ist heute der Bestimmungsort, so nehmen Alfetta 1600, 155, Nuova Spider, Zagato und GTV 6 den Asphalt unter die Räder. Der Konvoi fährt auf seinem Weg an vereinzelten Oldie’s vorbei, die sich bestimmt auch auf dem OGP präsentieren dürfen.
Abfahrt Mendig, noch ein Stück auf der Landstraße entlang und schon bald sind wir von "Benzindunst und Rennatmosphäre" umgeben. Zum 75jährigen Jubiläum des Nürburgrings hat sich so mancher edle Oldtimer eingefunden, der mit seinem kernigen Sound auf sich aufmerksam macht. Schnell haben wir unseren Weg auf den Alfaclub-Parkplatz gefunden - von sehr kundigen Helfern auf einem Stellplatz eingewiesen. Ein dickes Lob für die Organisation.
Hier zeigt sich mal wieder, wie viele, sehr gut erhaltene oder liebevoll restaurierte Alfas außerhalb ihrer Heimat noch bewegt werden.
     
Frühstück muss auch sein
Ein Plausch im Zelt...
Beste Laune auch bei schlechtem Wetter
     
Zwischen den historischen Rennveranstaltungen nutzen wir die Pausen für ein paar Cappuccini im Clubzelt und um bei anderen Markenclubs deren Schätze in Augenschein zu nehmen. Bei unserem direkten Nachbarn Porsche, Ferrari und Maserati fällt die Fahrzeug- und Farbpalette allerdings sehr eintönig aus. Bei 30 Ferrari 360 Modena in rot und einer Reihe 3200 GT Maserati, mit Ausnahme einer handvoll Raritäten, wird der Anblick recht langweilig.
Im alten Fahrerlager dagegen empfindet man das faszinierende Flair vergangener Zeiten und wünscht sich zurück, als hier noch Caracciola, Fangio und Stirling Moss selbst Hand anlegten und im Rennen um einen "Lorbeerkranz" kämpften.
Vor dem Abendprogramm wollen wir noch unser Quartier auf dem Zeltplatz beziehen. Unsere eingefleischten Camper Hans und Maik hatten hier schon am Freitag "posizione" bezogen und auch für uns reserviert. Voller Tatendrang (der gleich wieder gedämpft wurde) stehen wir nun vor dem Kassenwart, der einen Eintritt von 30,- Euro pro Kopf verlangt. Moment - wir haben das richtig verstanden? Für einen Flecken Wiese, auf dem ein Zwei- und ein Viermannzelt für eine Nacht Platz finden soll - 180,- Euro (das sind fast 360 DM)! Von kaufen war nicht die Rede!!!
Der Kassierer sieht nur noch unsere Rücklichter - auch auf die Gefahr hin, im Auto übernachten zu müssen. Aber das Problem ist schnell gelöst, zwei Dörfer vom Ring entfernt sind noch Zimmer frei, 23,- Euro incl. Frühstück! (ohne Worte).
Im Alfaclubzelt werden wir wieder moralisch aufgebaut, mit Gutscheinen fürs Abendessen (es gibt auch noch etwas umsonst, wer hätte das gedacht!) Diese sind im AvD Zelt, in Form eines reichhaltigen Buffet’s aufzubrauchen. Frühzeitig einen Platz aussuchen heißt jetzt die Devise, fernab der Musikband, die zur Unterhaltung beitragen soll. Der erzeugte Geräuschpegel strapaziert heftig das Trommelfell und schließlich wollen wir das Essen genießen und die Eindrücke des Tages in so manchem Benzingespräch verarbeiten. Als Highlight des Abends kommt der Sieger des Nachtlaufes mit seinem Maserati, 50er Baujahr, mit leichten Kampfspuren am Fahrzeug, was den Besitzer offenbar kalt lässt, ins Zelt eingefahren und übertrifft in der Lautstärke sogar die Band!
     
Am Treffpunkt
Der schnellste fehlt noch...
     

Am Sonntag zeigt sich die "grüne Hölle" nicht von ihrer besten Seite - eingehüllt in Nebel, dringt nur das Grollen der lautstarken Boliden zu uns herüber. Nachdem der Nebel dann von Regen abgelöst wird, ist auch das PS stärkste Starterfeld nicht so interessant, um sich dafür durchweichen zu lassen. Noch ein Abstecher über den Teilemarkt und das Fahrerlager, wo viele Teilnehmer schon am packen und verladen ihrer Wagen sind, beschließen auch wir, den Heimweg anzutreten. Mit der Erkenntnis, Europas größte historische Rennveranstaltung ist nicht nur für eingefleischte Rennsportfreunde ein Erlebnis und Camping am "Ring" ist Luxus der besonderen Art!

Sabine Klein